UNIFORM DER UNSICHERHEIT

Ich wollte nie eine Fashionbrand gründen.

Ich wollte einfach nur einen Hoodie machen – für mich selbst.
Einen, der sich anfühlt wie das, was ich manchmal bin:
unsicher.

Und dabei habe ich ganz bewusst den Hoodie genommen,
den man auch in Security-Shops bekommt.
Diesen typischen, stabilen Basic Hoodie.
Die Sorte, die Sicherheitsdienste tragen.
Als Uniform.
Als sichtbare Autorität.

Ich habe genau das genommen – und es umgedreht.

Denn: Jeder kann sich einen Sicherheitspullover überwerfen
und für ein paar Stunden vermeintliche Stärke darstellen.
Aber wer trägt eigentlich seine Zweifel auf der Brust?
Seine Unsicherheit auf dem Rücken?

Ich wollte, dass genau das sichtbar wird.
Nicht überinszeniert. Nicht kaputtironisiert.
Sondern einfach ehrlich.

Deshalb auch der Reflexdruck.
Reflektierend wie eine Warnweste.
Technisch, grell – ein Material, das sonst für Sichtbarkeit im Verkehr steht.
Für Menschen, die sichtbar sein müssen.

Ich wollte, dass UNSICHERHEIT genau das tut:
sichtbar werden.
Aber ohne laut zu sein.

Es geht nicht um Fashion.
Es geht nicht um Komfort.
Es geht um eine temporäre Uniform
für einen Zustand, den wir alle kennen,
aber selten zeigen.

Dass andere später gesagt haben,
das sei jetzt ein Fashionlabel aus München,
ist witzig. Und schmeichelhaft.

Aber das war nie mein Ziel.

UNSICHERHEIT ist das,
was ich selbst gebraucht habe.
Und was jetzt ihr tragt.